Lieber Paradiesfreund,


mit Freude stellten wir fest, dass Sie sich im letzten Jahr immer wieder die Zeit genommen haben, um unsere News zu verfolgen und auch die kleinsten Juwelen der Insel zu entdecken. Ein Kompliment an unsere redaktionelle Arbeit, das uns auch 2014 wieder anspornt, Sie auf eine Reise voller Eindrücke und Emotionen einzuladen. In unserem ersten Insel-Newsletter dieses Jahr haben wir für Sie spannende Themen recherchiert. Reportagen stellen Ihnen typische Produkte der Insel La Réunion vor und ermöglichen Ihnen eine neue Perspektive auf die Destination: Aus den Augen zweier Kinder.

Paradiesisches Vergnügen wünscht
die Insel La Réunion
 

 

 

DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM – wie auch der Aktivurlauber-Nachwuchs auf seine Kosten kommt


Wandern, Tauchen, Biken und das im Paradies. Da geht jedem Erlebnisfan das Herz auf. Egal, ob Single oder als Paar. Was aber passiert, wenn Kinder dazu kommen? Muss man einen Kompromiss schließen und sich im Urlaub auf ein Familienresort am Mittelmeer einigen? Sicherlich nicht. Die Redaktion hat eine Familie begleitet, wie sie „Aktiv für Jung und Alt“ auf der Insel La Réunion erleben.
 

Familie Frank verbringt ihre Freizeit am liebsten draußen in der Natur – und das bei fast jedem Wetter. Mit dabei immer die beiden Söhne Pierre und Lukas. Dieses Jahr waren die Franks das erste Mal gemeinsam auf der Lieblingsinsel der abenteuerverliebten Eltern: La Réunion. Auf die ausgiebigen Wandertouren und Tauchgänge mussten die Eltern diesmal verzichten. Die Anreise war kinderfreundlich gestaltet, denn den Zwischenstopp in Paris verlängerte das Paar, um den Söhnen eine Auszeit zu gönnen.

Vor einigen Jahren verbrachten die Eltern ihren Urlaub zu zweit auf La Réunion, genossen die vielen verschiedenen Unterkünfte und Aktivitäten, reisten auf eigene Faust mit dem Auto über die Insel und gingen bei Wanderungen an ihre Grenzen, um etwas ganz Besonderes zu erleben: Die Schönheit unserer Erde gepaart mit dem Nervenkitzel des Abenteuers. Kein Wunder, dass auch ihre Hochzeitsreise hierher führte – ihr ganz persönliches Paradies. Umso glücklicher waren sie, als sie feststellten, dass man auch zu viert das Paradies genießen kann und sie nicht gezwungen sind, mit anderen Pauschaltouristen ein Familienresort zu teilen. Eine Zeit voller Highlights stand bevor!

600 000 Liter Meerwasser warteten auf die beiden Jungs – das Aquarium der Insel La Réunion. Hier wird alles beherbergt, was die Unterwasserflora und –fauna der Insel La Réunion zu bieten hat: 500 Fischarten, Barsche, Haie, Seepferdchen, Langusten, Korallen und vieles mehr. In einem magischen, spielerischen und lehrreichen Rundgang konnte all das beobachtet werden.

Besonders beeindruckt waren die beiden von der Tuk Tuk Fahrt. Die ursprünglich aus Thailand stammenden Tuk Tuks wurden genutzt, um während einer halbtägigen Rundfahrt zur Schildkrötenfarm Kélonia zu gelangen. Die Tuk Tuks sind durch einen Elektromotor betrieben, was nicht nur zum Nachhaltigkeitsgedanken der Franks passt, sondern auch den technikbegeisterten Männern der Familie imponierte.

Im Forschungszentrum Kélonia in Saint-Leu konnten die Meeresschildkröten in ihrem natürlichen Umfeld beobachtet werden. Die Familie betrat die Einrichtung über einen Strandweg, um die verschiedenen Lebensräume der Seeschildkröten in ihrem biologischen Zyklus und ihre perfekte Anpassung an ihren Lebensraum im Meer zu entdecken. Der Rundgang endete mit einem einzigartigen Unterwasser-Panorama.

Zu viert ging es auch auf die „sentier marmailles“, die Wanderwege für Familien mit einer maximalen Dauer von zwei Stunden. Die Eltern konnten so ihren Kindern das zeigen, was die Insel ausmacht und warum sie sich in dieses kleine Paradies verliebten: Die einzigartige Natur.

Vorwärts geht’s wandernd, aber auch schwimmend – und dabei ist die Unterwasserwelt mit ihrem Farbenfest aus bunten Meeresbewohnern genauso faszinierend wie die Berge und Talkessel an Land, die wie die Tür zu einer Fantasiewelt für Groß und Klein wirken.

5 cm Körpergröße haben Lukas dieses Jahr noch gefehlt, um den Abenteuerwald "La Forêt de l'Aventure" zu besuchen. 1.40 m sollten Kinder sein, um sich dort von Baum zu Baum schwingen zu können. Der Abenteuerwald liegt in Maïdo auf den Anhöhen von Saint-Paul und verspricht herrlichen Familienspaß mit 41 verschiedenen Aktivitäten auf 8 Anlagen. Ein Hochseilgarten, Klettererlebnisse, Rafting und vieles mehr hätte das Programm zu bieten gehabt. Das alles wird im nächsten Familienurlaub der Franks getestet. Denn den haben sie im Herzen schon geplant.
Und was die Franks diesen und auch nächsten Urlaub erleben, sehen Sie hier.
 

 

 

DIE LAGUNE AN DER WESTKÜSTE – Naturwunder im Schönheitswettbewerb


An der Westküste der tropischen Insel La Réunion wetteifern faszinierende Naturphänomene um Aufmerksamkeit: endlose, weiße Traumstrände bieten Erholung und Sonne pur, während zauberhafte Unterwasserwelten in ein farbenfrohes Universum der ganz anderen Art entführen.
 

Wir befinden uns am idyllischen Strand von L’Ermitage an der Westküste der Insel La Réunion: Sanft umspült kristallklares Meerwasser die Füße, die Luft ist schwer von tropischen Gerüchen und das Rauschen der am Riff entstehenden Brandung ist in der Ferne zu hören.

Hier bietet sich dem Betrachter ein paradiesisches Bild: weiße Sandstrände so weit das Auge reicht, gesäumt von tropischen Pflanzen und strahlend blauem Meer.

Im Hintergrund erhebt sich das gebirgige Inselinnere in majestätische Höhen und verleiht so dem Gesamtbild eine wilde und einzigartige Note. Doch nicht nur an Land ist die Landschaft atemberaubend, auch die hiesige Unterwasserwelt ist nicht weniger spektakulär und exotisch: Über 650 verschiedene Fischarten tummeln sich zwischen 180 Korallensorten und warten darauf, mit Schnorchel oder Tauchausrüstung erkundet zu werden. Seit 2007 sind diese Korallenriffe Teil des größten französischen Unterwasserschutzgebietes, das sich von Saint-Paul bis Etang-Salé auf einer Fläche von 35 km² erstreckt.

In L'Ermitage-les-Bains, befindet sich auch der längste Strand der Insel. Er zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass ein etwa 500 Meter vom Strand entferntes Saumriff einen natürlichen Schutz vor den Tiefen des Meeres bietet. In dieser seichten Lagune lassen sich die bunten Fische und Korallen besonders gut mitsamt der ganzen Familie erkunden.

In Ufernähe besteht der Grund aus Sand und weist vereinzelte übernatürlich anmutende Korallenformationen auf. Riffe, die bei extremem Niedrigwasser aus der Lagune herausragen, sind auf der Strandseite reich an Steinkorallen und schillernden Fischen. Auf der Meerseite überwiegen Kalkalgen und Fischarten, die den permanenten Wellengang des Meeres gewohnt sind. Der Außenriffhang, der sanft in die Tiefen des Ozeans abfällt, ist ebenfalls bunt und vielfältig. Dort erreichen die Korallen ihre maximale Größe und können bis zu 30 Meter unter der Wasseroberfläche wachsen, besonders für geübte Taucher ein faszinierendes Erlebnis.

Ein Unterwasserlehrpfad informiert zudem über dieses beeindruckende, aber gefährdete, Ökosystem, denn die Insel hat sich zum Ziel gesetzt, das Umweltbewusstsein von Einheimischen sowie Gästen zu erhöhen. Ein weiterer Schritt zum Schutze der Korallenriffe ist die Einrichtung von Zonen, in denen die menschliche Aktivität eingeschränkt ist, sodass auf natürliche Weise die Wiederbevölkerung des Riffs erleichtert wird und sich eine umso größere Artenvielfalt entwickeln kann.

Doch keine Bange, es gibt reichlich zugängliche Küstenabschnitte, an denen für energiegeladene Urlauber zahlreiche Wasseraktivitäten, wie beispielsweise Kajak-Fahren, Tauchen oder Stand-up Paddling, bereitstehen. In der warmen Mittagszeit lässt sich dann unter schattenspendenden Filaos-Bäumen ein entspanntes Picknick einnehmen - Tradition bei den Einheimischen.

Für Gäste, die ein wenig Einsamkeit genießen möchten, finden sich zudem ruhige Küstenabschnitte, wo sich ein jeder wie ein kleiner Robinson Crusoe fühlen kann, wenn er in der Sonne liegend eine Kokosnuss schlürft und auf die blauen Wogen hinausblickt.
 

 

 

DIE INSEL LA REUNION UND IHR DODO – Auf den Spuren eines Mythos


Seit dem 17. Jahrhundert gilt der flugunfähige Dodo auf der Insel La Réunion als ausgestorben. Als Symbol der reunionesischen Identität lebt er im lokalen Bier weiter. Doch was hat es eigentlich auf sich mit dem Dodo-Kult?
 

Um 1600 wurde der Dodo, auch bekannt als Dronte, zum ersten Mal auf den Inseln La Réunion und Mauritius gesichtet. Tapsig und gedrungen war seine Erscheinung, ein kugeliger Rumpf, dichtes, farbloses Federkleid und einen rund geformten Schnabel. Obwohl das zunächst nicht sehr eindrucksvoll klingt, überzeugte er aber doch: Mit seiner Ausstrahlung. Den Schalk im Nacken hat dieses Tier, smart und sympathisch kommt es rüber. Nur leider kann der knapp 1 Meter große Vogel durch seinen Körperbau nicht fliegen. Und genau das wurde ihm bereits knapp 80 Jahre nach seiner Entdeckung auf der Paradiesinsel zum Verhängnis – er war eine leichte Beute für Seefahrer und konnte sich gegen die Angreifer weder wehren noch vor ihnen flüchten. Seine Spezies starb aus. Als Symbol der reunionesischen Identität lebt er aber bis heute weiter. Auch bekam er nun ein neues buntes Federkleid, gemacht aus der Fantasie und dem Handwerk des farbenfrohen Volkes. Seine Ausstrahlung ließ ihn Maskottchen und Markenbotschafter für viele einheimische Produkte werden.

So ziert der Sympathieträger nun zum Beispiel das Etikett des Bieres La bière Bourbon – unter Einheimischen und zunehmend auch unter Besuchern als Dodo in aller Munde. Das liegt sicherlich an dem einzigartigen Geschmack, aber auch an der Allgegenwärtigkeit der Marke auf der Insel. Man könnte meinen, es handle sich hier um die Coca Cola aus dem Paradies.

Einmal im Inselparadies angekommen, zieht der Dodo-Hype jeden Besucher in seinen Bann. „La dodo lé là“ in Grün, Gelb, Rot und auch in seiner ursprünglichen Farbgebung an Mauern, Häuserfassaden, Kneipen. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Dem Dodo geht es gut“, weit verbreitet ist jedoch auch „Das Dodo-Bier ist da“. Dieser Werbeslogan des La bière Bourbon ist selbst in den entlegensten Dörfern bekannt und stammt aus der Landessprache, dem Kreolischen.

Die Erfolgsgeschichte begann am 9. Juni 1963, als in den Brasseries de Bourbon, der ersten Brauerei der Insel in der Inselhauptstadt Saint-Denis, der erste Tropfen Dodo-Pils die Sudpfanne verließ. 1970 wurde es offiziell in La bière Bourbon umbenannt. Gerhardt Avanzini, Vater des Dodo-Biers und zentrale Figur in der Geschichte des Bierbrauens auf La Réunion, hat seine Wurzeln in Hamburg. Mit einem Abschluss der Münchner Bierbrauschule schuf er in nur einem Jahr das erste reunionesische Bier – angepasst an das tropische Klima vor Ort. Geselligkeit und Authentizität sollte es ausdrücken, darüber hinaus sympathisch wirken – so entstand der Bezug zum Vogel Dodo. Gerhardt Avanzini  hält bis heute sein Rezept geheim, das ihm bereits mehrere Male, zuletzt 2013, eine Trophäe des Internationalen Instituts für Qualitätsselektionen einbrachte. Monde Selection, gegründet 1961 in Brüssel, testet Konsumgüter und zeichnet diese mit einem international anerkannten Qualitätsgütesiegel aus. Zurzeit betreibt der niederländische Brauereikonzern Heineken die Brasseries de Bourbon.

Auch 50 Jahre nach seiner Kreation ist das La bière Bourbon das meist konsumierte Bier der Insel. Als Teil der Inselgeschichte ist es mehr als nur ein Konsumgut, das über die Grenzen der Vulkaninsel hinweg internationale Bekanntheit genießt. Im Zuge des Fête de la Musique 1995 und der erstmaligen Ankündigung „La Dodo lé là“ nahm der Mythos Dodo seinen Lauf. Heute ist es Kult. Das verstehen auch die Urlauber. Und oftmals kommt es einem vor, als würde man nicht einfach ein Bier trinken, sondern eine ganze Geschichte.

Besucher können im La Maison de la bière Dodo auf den Spuren des berühmten Bieres wandeln (Bas de la Rivière, 60 Quai Ouest, 97400 Saint-Denis, www.ladodo.com).
 

 

 

VANILLE – die Königin der Gewürze, ein Kronjuwel der Insel La Réunion


Die echte Bourbon-Vanille wird oft auch als „schwarzes Gold“ bezeichnet und stammt einzig von der Insel La Réunion, der einstigen Île Bourbon. Neben der Herkunft, machen der komplexe Herstellungsprozess und ihre hochwertige Qualität ihre Einzigartigkeit aus.
 

Ihr Duft, ihr Geschmack – nahezu unverwechselbar unter tausenden von Gewürzen. Sie lässt Eleganz und Schönheit assoziieren, eine Eigenart, die sie zu einer der beliebtesten Zutaten macht – egal, ob in der Küche oder in der Herstellung von Parfums.

Für eine Vanille bester Qualität benötigt man eine Menge Feingefühl und vor allem viel Geduld: Denn vom Anfang bis zum Ende einer guten und sorgfältigen Vanilleproduktion dauert es bis zu einem Jahr, damit die wohlschmeckende Schote ihre Verwendung findet. Dabei gilt es, punktgenau alle Schritte des Reifungsprozesses einzuhalten. Trotz der hohen Mehraufwände finden die alt hergebrachten Traditionen bis heute ihre Verwendung. Aber all die Herausforderungen und Mühen lohnen sich: Vanille Bourbon de la Réunion ist das beste Aroma der Welt.

Für den Vanilleanbau ist besonderes Können notwendig, vor allem für die Bestäubung, die am frühen Morgen per Hand erfolgt. Ein guter Vanillebauer kann an einem Vormittag zwischen 1.000 und 1.500 Pflanzen bestäuben. Viel Geduld und Fingerspitzengefühl braucht man auch, um die grünen Schoten in schwarze, lieblich duftende Vanille zu verwandeln, die anschließend in ein Wasserbad getaucht, in der Sonne getrocknet und in Kisten ausgereift werden müssen. So bekommen sie ihren typischen charakteristischen Geschmack und ihren Namen „Vanille Bourbon de la Réunion“– ein Garant auch für Besucher, dass man die echte Bourbon-Vanille in den Händen hält.

1841 übrigens revolutionierte der Sklavenjunge Edmond Albius den Herstellungsprozess der Vanilleschoten. Er erkannte, wie man die Blüte auch künstlich bestäuben kann und wurde somit zur Schlüsselfigur in der Geschichte der Vanille.

Die Vanille der Insel La Réunion wird selbstverständlich für Feingebäck, aber auch in bestimmten Gerichten, wie der berühmten Vanille-Ente, im Punsch oder auch im inseltypischen Rum "arrangé" verwendet. Der Vanille-Kaffee seinerseits krönt jede gute kreolische Mahlzeit.

Da das warm-feuchte Klima hier besonders günstig ist, wird sie im Süden und im Osten der Insel angebaut, zwischen Sainte-Suzanne und Saint-Philippe, im Wald oder auf Stützen aus Drachenbaumholz. Die Vanillebauer lassen sich dabei gerne bei ihrer Arbeit zusehen. Voller Begeisterung zeigen sie ihr Handwerk den interessierten Besuchern, lassen sie die Entstehungsprozesse hautnah miterleben und führen sie über das Gelände – die Geburtsstätte des Schwarzen Goldes.

La Vanilleraie zum Beispiel ist ein handwerklicher Betrieb zur Zubereitung von Vanille mitten im authentischen kreolischen Anwesen Grand Hazier in Sainte-Suzanne, das im Bestand historischer Monumente geführt ist. In dieser einzigartigen Umgebung werden im Schatten jahrhundertealter Flammenbäume Besichtigungen sowie der Verkauf von Vanille in allen ihren Formen wie Schoten, gemahlen und als Extrakt angeboten.

Aber auch viele andere Plantagen sind für Führungen und den Verkauf zugänglich.


Der Besuch dieser besonderen Orte lässt sich mit einer Wanderung durch die zahlreichen Wälder der Insel kombinieren. Picknickplätze bieten Ruhe und Rast auf dem Weg durch die unverwechselbare Natur – leiten lassen kann man sich dabei sehr bald von dem Gedanken „immer der Nase nach“ – je intensiver der Duft, desto näher am Ziel.