Lieber Inselfreund,


während der Sommer in Europa noch auf sich warten lässt, scheint knapp 10.000 km entfernt auf der Insel La Réunion immer die Sonne. Das „europäische Stückchen Paradies“, mitten im Indischen Ozean, begeistert nicht nur mit traumhafter Naturkulisse und der berühmten kreolischen Gastfreundschaft. Eine bunte Vielfalt an Aktivitäten lässt keinen Platz für Langeweile. Ob Fußballspielen am Strand, Französischkurse bei Einheimischen, Fotosafaris auf eigene Faust oder Mittanzen zu Séga und Maloya: auf La Réunion ist immer was los.

Ihre Insel La Réunion
 

 

 

„Allez Les Bleus!“ – Das wird ein Fußballsommer!


Der Countdown läuft: Am 12. Juni ist Anpfiff zu dem spannendsten Fußball-Ereignis 2014 und auf der Insel La Réunion wird besonders fröhlich gefeiert.
 

Die Réunionnais lieben Fußball! Die sportlichen Inselbewohner wachsen mit der Leidenschaft für das runde Leder auf und schießen ihre ersten Tore an den Traumstränden der Insel. Die herrliche Aussicht, die kühle Meeresbrise und der weiche Sand sind perfekte Bedingungen für ein Spiel unter Freunden und um erste, oft weibliche Fans zu gewinnen. Urlauber erfreuen sich natürlich am Anblick der sportlichen Kicker und werden oft zum Mitspielen eingeladen.

Wenn die Spieler der französischen Nationalmannschaft „Les Bleus“ bei der Weltmeisterschaft in Brasilien um Siege kämpfen, wird die ganze Insel hinter ihnen stehen. Auch viele tausend Kilometer von Frankreich entfernt, feuern die Inselbewohner ihre Stars gemeinsam an und stimmen bei der „Marseillaise“ mit ein. Da die Fußball-Elf von La Réunion auch Auswahlmannschaft für die französische Nationalmannschaft ist, finden sich oft feurige Inselbewohner unter den Nationalspielern, dazu zählen zum Beispiel die bekannten Spieler Guillaume Hoarau, Benoît Trémoulinas und Dimitri Payet.

Für die Top-Mannschaften auf dem französischen Festland spielen aktuell Jérémy Morel in der Abwehr für Olympique Marseille in der 1. französischen Liga und der bekannte Torwart des FC Toulouse, Zacharie Boucher, der in Saint-Pierre geboren wurde. Hier ist auch die Heimat der zurzeit besten lokalen Mannschaft „JS Saint-Pierroise“. Mit zwei einheimischen Mannschaften wird La Réunion beim französischen Fußballpokal, dem Coupe de France, vertreten sein.

In der heimlichen Hauptstadt des Südens, Saint-Pierre, geht das Fußballfieber schon am 2. Juni 2014 los. Wenn die französische U21-Nationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel auf die Auswahl von Singapur trifft, werden schon einmal die Trikots ausgepackt und die ersten französischen Flaggen auf die Wangen gepinselt. Besonders beliebt auf La Réunion ist natürlich der Fußball-Bikini.

Die inseleigene Fußballmannschaft von La Réunion konnte den ehemaligen Coupe de l’Outre-Mer, den Wettbewerb für Mannschaften aus den französischen Überseegebieten, in 2008 und 2012 für sich entscheiden. Auch bei internationalen Spielen gegen Madagaskar, Mauritius und die Seychellen tritt die Mannschaft von La Réunion immer wieder an und versetzt die fußballverrückte Insel in Ausnahmezustand.
 

 

 

Musik auf La Réunion – Alles was man braucht!


Ein tropisches Inselparadies, Sonnenschein, nette Leute und fruchtige Cocktails… Da darf die passende Musik natürlich nicht fehlen. Auf La Réunion geben Maloya und Séga den Ton an.
 

Die universelle Sprache der Musik und des Tanzes führte schon immer verschiedene Kulturen zusammen. Die Möglichkeit das kreolische Lebensgefühl zu erleben, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. In den quirligen Strandbars, auf Veranstaltungen und Festivals tanzen Einheimische und Urlauber im gleichen Rhythmus zu den Musikstilen Séga und Maloya. Die Stadt Saint-Pierre gilt als Schmelztiegel der Musik: Hier ist es heiß, fröhlich, laut – und es wird getanzt.

Gerade erst trafen in Saint-Pierre beim größten Musikfestival im Indischen Ozean „Sakifo“ wieder die verschiedensten Musikrichtungen aufeinander. Der Begriff „Sakifo“ stammt aus dem Kreolischen und bedeutet auf Deutsch „Alles, was wir brauchen“. Und das, was die Réunionnais brauchen, ist eine Mischung aus Blues, Rock, Reggae, Hiphop, Maloya, Séga, Funk und Elektromusik. Seit 2004 spielen hier die bekanntesten Musiker, die der Indische Ozean zu bieten hat, Seite an Seite mit internationalen Musikstars. Seitdem hat sich das Sakifo-Festival als wichtiges Musikspektakel einen Namen gemacht und gehört zu den beliebtesten Veranstaltungen der feierfreudigen Insel.

Die zwei Musikstile Maloya und Séga dominieren die Bühnen des Inselparadieses ganz klar und sind wichtiger Teil der réunionesischen Kultur. Auf allen Feiern und Volksfesten der Insel wird Séga gespielt und getanzt. Der fröhliche Musik- und Tanzstil entstand aus der traditionellen, kreolischen Volksmusik, weist aber auch Einflüsse europäischer Tanzmusik wie zum Beispiel Polka auf. Bei bekannten Rhythmen fällt das Mittanzen natürlich umso leichter. In der modernen Variante werden oft die Genres gemischt: Séggae ist zum Beispiel, wie der Name verrät, eine Kombination aus Séga und Reggae.

Der Maloya, gleichzeitig Musik-, Gesangs- und Tanzstil, ist seit 2009 sogar auf der UNESCO-Liste des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit. Er klingt melancholischer als Séga und erinnert an einen Blues. Das liegt vor allem daran, dass der Maloya seinen Ursprung bei den madagassischen und afrikanischen Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern hat. Vor etwa 30 Jahren wurde er wiederentdeckt und ist seitdem ein fester Bestandteil der reunionesischen Identität. Die Perkussions-Rhythmen kombiniert mit Solist und Chor sind heutzutage überall zu hören: Bei kulturellen, politischen und sozialen Anlässen auf der Insel La Réunion ist der Maloya als Ausdrucksform politischer Unzufriedenheit nicht mehr wegzudenken. Heute erfährt der Stil auch eine Weiterentwicklung: Neue Text- und Instrumentenarten kommen bei den mehr als 300 Musikgruppen der Insel zum Einsatz. Viele réunionesische Künstler sind mittlerweile auch über die Landesgrenzen bekannt. Dazu gehören Namen wie Danyel Waro, Davy Sicard, Salem Tradition, Granmoun Lélé, Meddy Gerville, Ziskakan, Baster, René Lacaille, Nathalie Natiembé, Zong und Pat'Jaune.
 

 

 

Parlez-vous Français? – Eine Sprachreise der Gefühle


Im türkisblauen Meer schnorcheln, am weißen Sandstrand spazieren, durch den Regenwald streifen, karge Vulkane erklimmen und dabei noch eine Fremdsprache erlernen...
 

Wer sein Französisch im Paradies aufbessern möchte, ist auf La Réunion genau richtig. Die Amts- und Schriftsprache beherrschen alle Inselbewohner. Das Kreolische ist als Alltagssprache vor allem zu Hause in den Familien und unter Freunden präsent.

Die Insel im Indischen Ozean ist für eine Sprachreise der perfekte Ort. Die abwechslungsreichen Aktivitäten in idyllischer Umgebung und die gastfreundlichen Inselbewohner laden gerade dazu ein, die neugewonnenen Sprachkenntnisse direkt anzuwenden und nach Insidertipps zu fragen. Wer am Anfang noch Sprachunsicherheiten hat, braucht sich aber keine Sorgen zu machen, denn die Réunionnais sind für ihre offene und freundliche Art bekannt. Notfalls wird sich eben mit Händen und Füßen verständigt.

Die bislang einzige offizielle Sprachschule hat der Deutsche David Penkert auf La Réunion eröffnet. Der Liebe wegen wurde er auf der Trauminsel sesshaft und bietet mit seinem Team das ganze Jahr über verschiedene Französischkurse an. (http://www.dplangues.com/).
Vor Ort findet man aber auch ausgebildete Privatlehrer, die gerne Französisch, Kreolisch und natürlich Landeskunde unterrichten.

In jedem Fall lohnt es sich, auch ein paar Wörter Kreolisch zu lernen: Diese aus dem Altfranzösisch stammende Sprache wurde im Laufe der Jahre von chinesischen, tamilischen, arabischen sowie französischen Einwanderern beeinflusst. Die indischen, madagassischen und afrikanischen Arbeiter haben sie zusätzlich mit Wörtern bereichert. Der Klang und die Farbe der kreolischen Sprache sind blumig und einfallsreich.

Eine weit verbreitete Redensart ist zum Beispiel: „Fourmi i pas’ sou la tèr, domoun i koné.“ („Die Ameisen laufen unter der Erde, jedermann weiß das.“) Das bedeutet soviel wie: Es ist sinnlos, ein falsches Spiel zu spielen, da die Wahrheit sowieso herauskommt. Das gilt natürlich vor allem für eine Insel, die nur 2.500 Quadratkilometer groß ist. Und nach „bonbon la fesse“ („Popo-Bonbons“) fragt man besser nicht im Lebensmittelgeschäft. Es handelt sich nämlich um Zäpfchen, die es in jeder Apotheke auf La Réunion zu kaufen gibt.
 

 

 

Mein Bild – dein Bild – Die Top 5 der meist fotografierten Plätze

 

 

1 – Der Strand Roches Noires
Dieser zwei Kilometer lange Sandstrand in der Nähe des Badeortes Saint-Gilles-les-Bains ist sehr beliebt bei jungen Leuten. Der weiße Sand kontrastiert zu den schwarzen Vulkanfelsen, die ihn einrahmen und für den Namen Pate standen. Sehr lebhaft geht es hier zu, vor allem, wenn im Juni die Narren Karneval feiern. In ein buntes, fröhliches und lautes Treiben verwandelt sich der Strand zum Karneval „Grand Boucan“, der nach altbewährter Tradition gefeiert wird: König Dodo (Roi Dodo) wird als Strohpuppe unter den feierwütigen Jecken verbrannt. Dieses Jahr fällt der réunionesische Karneval auf den 29. Juni.

Auch ein anderes herrliches Spektakel lässt sich von diesem Strand aus jedes Jahr mit etwas Glück beobachten: Die mächtigen Rücken und Finnen der Buckelwale, die sich aus dem Wasser heben und ihre meterhohen Fontänen in die Luft spritzen. Zwischen Juni und Oktober finden sich hier die imposanten Säugetiere ein, um sich zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen.

Wer die Wale nicht nur vom Strand aus sehen möchte, wagt sich hinaus auf den Ozean, um den Giganten der Meere näher zu kommen. Touren zur Walbeobachtung werden ab dem nahegelegenen Hafen von Saint-Gilles angeboten. Wer keine Wale antrifft, kommt zumindest den Delfinen hier sehr nahe.

2 – Der Aussichtspunkt am Pas de Bellecombe
Der Piton de la Fournaise gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Ihn umgibt eine mondähnliche Landschaft. Ein beeindruckender Anblick – vor allem vom Aussichtspunkt Pas de Bellecome aus. Dieser Punkt bietet den perfekten Blick auf die karge Gesteinswelt. Die schönsten Aufnahmen gelingen am frühen Morgen, wenn der Himmel über der tropischen Insel noch klar ist und keine Wolken das Haupt des Berges verhüllen. Den Aussichtspunkt Pas de Bellecombe erreicht man über die Vulkanstraße von der Hochebene La Plaine des Cafres. Hier startet auch die fünfstündige geführte Wanderung zum mächtigen Hauptkrater. Sandalen sind für diesen Trip nicht geeignet. Festes Schuhwerk und gutes Wanderequipment sind unabdingbar, wenn man sich diesen Glutofen von der Nähe ansehen möchte.

3 – Le Barachois
Was wäre Cannes ohne die Croisette? Eben. Was wäre die Hauptstadt Saint-Denis im Norden der Insel ohne Küstenpromenade? Genau. Le Barachois, wie sie hier heißt, ist nicht nur unter müßiggehenden Flaneuren sehr beliebt. Auch Jogger genießen den einzigartigen Blick auf die Steilküste und die Küstenstraße. Der hier stattfindende beliebte Nachtmarkt „Marché de Nuit“ bietet jeden ersten Samstag im Monat ein buntes Sammelsurium an lokalen Produkten, Musik, Animation und fröhlichem Zusammensein.

Der Begriff Barachois bezeichnet einen Punkt, der Festland und Meer durch eine Barriere trennt. Am Barachois in der Hauptstadt Saint-Denis befand sich in der Vergangenheit ein kleiner Hafen, an dem Boote anlegten. Das letzte Stück zum Festland musste schwimmend zurückgelegt werden.

Die hier 1810 aufgestellten Kanonen sollten die Angriffe der Engländer abwehren. Dieser Punkt der Insel sowie der ihm angrenzende, gleichnamige Stadtbezirk von Saint-Denis ist historisch von großer Bedeutung. Noch heute stehen hier die alten Kanonen als Wahrzeichen.

4 – Hell-Bourg
Die roten Dächer von Hell-Bourg leuchten schon von weitem zwischen üppigen, grünen Bäumen hervor und bieten auf dem Weg in den Talkessel Salazie eines der schönsten Fotomotive der Insel. Salazie ist der grünste und am einfachsten zugängliche Talkessel von La Réunion. Seine Panoramastraße mit den steilen Berghänge und den brausenden Wasserfällen gehört zu den beliebtesten Routen und Wandergebieten der Insel.

Das kreolische Dorf erlebte im 19. Jahrhundert einen wahren Aufschwung, als die Franzosen dort Thermalquellen entdeckten und aus dem beschaulichen, ehemaligen Dorf Bémaho den fast mondänen Kurort Hell-Bourg erschufen, der weit über die Insel hinaus bekannt wurde.

Heute sind die einzigartigen kreolischen Villen wunderschön und authentisch restauriert. Dies brachte das Dorf in den Genuss, als Mitglied in den erlesenen Zirkel von „Les Plus Beaux Villages de France“ – „Die schönsten Dörfer Frankreichs“ – aufgenommen zu werden. Verständlicherweise. Das Flair des Ortes darf man sich bei einem Besuch nicht entgehen lassen.

5 – Der Piton Maïdo
Der frühe Vogel fängt zwar den Wurm, aber der frühe Fotograf macht die besseren Fotos. Zumindest vom Piton Maïdo aus. Um auf dem auf 2200 Meter gelegenen Aussichtspunkt früh zu sein, muss der Bilderstürmer wirklich beizeiten aufstehen, denn nur dann bietet sich ihm die majestätische Aussicht auf den Talkessel Mafate.

Der Cirque de Mafate ist nicht nur „der Gefährliche“, wie er auf Madagassisch heißt. Der zweite von den drei Talkesseln der Insel ist auch der ursprünglichste: Er ist lediglich zu Fuß oder per Helikopter zu erreichen. Seine zerklüfteten Wände wirken im Vergleich zu anderen Berghängen fast karg und schroff. Später am Tag ziehen großartige Wolkenformationen über die Berghänge hinweg.

Der Besuch des Piton Maïdo macht sich in zweierlei Hinsicht bezahlt: Neben großartigen Fotos gibt es in Maïdo Petite-France eine Destillerie zu besichtigen, die aus traditionellen Apparaten ätherisches Öl aus Geranien gewinnen.