Lieber Inselfreund,


während hierzulande die Tage wieder sehr kurz sind und die Sonne sich nur ab und an blicken lässt, scheint sie auf La Réunion unermüdlich weiter. Das macht nicht nur Weihnachten zu etwas Besonderem. Es ließ auch die mehr als 5500 Läufer schwitzen, die beim „Grand Raid“, einem der verrücktesten Bergläufe der Welt, teilgenommen haben. Wer es lieber ruhiger möchte, ist in einem der wunderschönen Parks und Gärten auf der Insel besser aufgehoben, in denen die ganze Fülle an Blumen und Gewürze, Bäumen und Sträuchern zusammengetragen wurde. Nicht zuletzt deshalb wurde ein Teil der großartigen Landschaften unter Schutz gestellt und zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt.

Bis bald im Paradies!

Ihre Insel La Réunion
 

 

 

Besonders schützenswert. La Réunion ist Weltnatur- und Weltkulturerbe der UNESCO


Bekenntnisse zu einzigartigen Naturlandschaften und einer eigenen Tradition
 

Es ist nicht nur eine Auszeichnung, in den erlesenen Kreis des Welterbes der UNESCO aufgenommen zu werden. Es bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen, dieses Erbe gut und bewusst zu schützen oder weiter zu pflegen: Zeugnisse vergangener Kulturen, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wären. Mit der Aufnahme ins Welterbeprogramm der UNESCO übernimmt die gesamte Völkergemeinschaft offiziell die Verantwortung zum Schutz dieser Einmaligkeiten. Die Insel La Réunion darf sich als Träger gleich zweier Auszeichnungen rühmen, sowohl als Weltnaturerbe als auch als Weltkulturerbe.

Die Vulkanlandschaft – das UNESCO Weltnaturerbe
Bereits 2007 wurde ein Nationalpark gegründet, der sich über gut 40 Prozent der Gesamtfläche des französischen Überseedepartments erstreckt. Damit ist er einer der größten Nationalparks in Relation mit der Gesamtfläche eines Lebensraums. Er umschließt die einzigartigen Vulkanlandschaften, den Talkessel und die Hochebenen der zu dem Maskarenen-Archipel gehörenden Insel La Réunion im südwestlichen Indischen Ozean. Immerhin gibt es auf der Insel dreimal mehr endemische, also räumlich begrenzte, nur hier lebende, Tier- und Pflanzenarten als auf Hawaii und sogar fünfmal mehr als auf den Galapagos Inseln.
Als Weltnaturerbe hat die UNESCO ein Schutzgebiet entlang der quer über die Insel verlaufenden Vulkankette ausgewiesen. „La Réunion birgt subtropische Feuchtwälder und Graslandschaften, die ein bemerkenswertes Mosaik aus Ökosystemen und bezaubernden Landschaften bilden“, lautet die Begründung der UNESCO.

Die „Maloya“ – UNESCO Weltkulturerbe
Nein, bei der Maloya von La Réunion handelt es sich nicht um das ähnlich klingende Dorf Maloja am Malojapass in den Schweizer Alpen, die gleichnamige Sportmodemarke oder gar um einen Reifenhersteller.
Die „Maloya“ ist gleichzeitig Musik, Gesang und Tanz, wie es ihn nur auf La Réunion gibt. Die Sklaven, die auf die Insel geschafft und dort gehalten wurden, haben ihn über die Jahrzehnte der Unterdrückung hervorgebracht. Sie wurde auf den Zuckerrohrplantagen gesungen, oftmals heimlich, denn sie war zeitweise sogar durch die Kolonialverwaltung und die Sklavenhalter verboten. Erst in den 1970er Jahren wurde Maloya von réunionesischen Musikern „wiederentdeckt“. Einer der bekanntesten Künstler des Maloya ist Danyel Waro.

Bevor die Maloya wieder ins Bewusstsein der Réunionnais gelangte, war sie noch immer bei den madagassischen und afrikanischen Hilfsarbeitern auf den Zuckerrohrfeldern zu hören. Heute findet sie bei der gesamten Insel-Bevölkerung großen Anklang. Sie bezeichnet einen Dialog zwischen einem Solisten und einem Chor, die von Perkussionsinstrumenten begleitet werden. Dabei kommen neben der Bassgitarre traditionelle Musikinstrumente wie die Kayamb (eine rechteckige Gefäßrassel aus Zucker- oder Schilfrohr), der Roulèr (eine Trommel aus einem ausgehöhlten Baumstamm) und der Bobre (ein einsaitiger Musikbogen auf Kalebassen-Körper) zum Einsatz.

Bei der großen Feier zur Abschaffung der Sklaverei, der „Fête du 20 Décembre“, auch „La Fèt Caf“ oder „La Fèt de la Liberté“ genannt, ist die Luft erfüllt von den Maloya-Rhythmen. Auf diesem – nach dem Weihnachtsfest – größten Fest der Insel trifft sich die ganze Bevölkerung, erzählt sich Geschichten, genießt traditionelle Gerichte wie Cari, Rougail und tanzt.
Ursprünglich bedeutet das Wort „Maloya“, das aus dem Madagassischen kommt, „aussprechen bzw. plaudern“. Die Maloya wurde als Klagelied gesungen und gehört neben der Séga zum wichtigsten authentischen Musikgenre auf La Réunion. 2009 wurde die Maloya, zur Freude der Réunionnais, in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.
 

 

 

Duftend und blühend: die schönsten Parks und Gärten auf La Réunion


Üppige Vegetation, seltene Blumen und einzigartige Pflanzen für jedermann zugänglich
 

La Réunion ist, so der erste Eindruck, eine einzige Blumenwiese, ein riesiger botanischer Garten. Es blüht und duftet, es leuchtet und strahlt, es wächst und gedeiht überall. Der endemische Pflanzenbestand, also Pflanzen, die nur auf La Réunion wachsen, ist schier endlos. Da gibt es die bekannteste, die berühmte Bourbon-Vanille. Da sind verschiedene Parfum-Pflanzen, die als Basis für die weltweit edelsten Parfums dienen. Da wächst der Café Bourbon Pointu, eine der teuersten Kaffeebohnen der Welt.
Schade nur, dass einige der schönsten Pflanzen in hohen Höhen und auf unwegsamem Gelände wachsen und sich so dem einfachen Wanderer oder Spaziergänger entziehen. Wie schön aber, dass zahlreiche Parks und Gärten diese Blumen und Pflanzenvielfalt einfangen und sie den Besuchern auf schönste Weise präsentieren.

Jardin des Parfums et des Epices, Saint-Philippe
Der „Garten der Düfte und Gewürze“ gilt als einer der schönsten und exotischsten Gärten der Welt. Er liegt in einem 30 Hektar großen Gut im Südosten der Insel im Gebiet „Mare Longue“, errichtet auf einem erkalteten, 800 Jahre alten Lavastrom.
Auf drei Hektar beherbergt dieser Garten mehr als 1500 verschiedener Pflanzen, darunter Parfumpflanzen wie Ylang-Ylang, Gewürzpflanzen wie beispielsweise die berühmte Vanille, Kardamom und Gewürznelke sowie Zier- und Medizinpflanzen. Aber auch Orchideen, Palmen und Farne gehören zum Bestand. Der Garten beeindruckt nicht nur Naturliebhaber und Kenner der Pflanzenwelt. Er spiegelt auf einer kleinen Fläche die Vielfalt der ganzen Insel wieder und bietet unzählige wunderschöne Fotomotive.
Am Eingang wird der Besucher von einem Bauern empfangen, der durch diese einmalige Welt führt: vorbei an der sich den Bäumen hochrankenden teuren Vanille, den verschiedenen exotischen Obstbäumen und den hunderten von Gewürzen. Natürlich kann der Garten auch individuell besucht werden.
Eine kleine Boutique im Garten bietet lokale Qualitätsprodukte von der Insel an, die von den eigenen Feldern oder von bekannten Plantagenbetreibern stammen. Angeboten werden zum Beispiel Gewürze von höchster Qualität wie Kurkuma, Vanille, Ingwer, Pfeffer, Zimt, Muskat, Gewürznelke, Zitronengras oder Kardamom, aber auch Produkte wie Parfums, Seifen und Cremes.

Le Jardin d’Eden, Saint-Gilles-les-Bains
Dieses Fleckchen Paradies befindet sich an der Westküste der Insel in Saint-Gilles-les-Bains, nicht weit entfernt von der Lagune.
Der im englischen Stil angelegte Garten „Jardin d’Eden“ ist eine großartige tropische, ethnobotanische Anlage. Zahlreiche Wege schlängeln sich auf einer Fläche von zweieinhalb Hektar durch eine unvergessliche natürliche Kulisse. Riesige Bäume wechseln sich ab mit dichten Sträuchern und Bambus, Blumenstauden sprießen wuchernd dazwischen hervor, Stege führen durch mannhohes Schilfrohr, eine Vielzahl an Wasserpflanzen wachsen in den angelegten Teichen und die Knollenpflanze Taro säumt die plätschernden Bäche. Ein Zen-Garten lädt zum Innehalten ein. Folgt man dem ausgewiesenen Rundgang anhand eines kleinen Handbuchs, erschließt sich die außergewöhnliche Beziehung zwischen dem Menschen und der Pflanzenwelt auf La Réunion.
Über 700 Pflanzen- und Baumarten finden sich in diesem Garten Eden. Erst 1990 wurde er vom Agraringenieur Philippe Kaufmant konzipiert und eröffnet, der den Rundweg auf drei Stunden Verweildauer im Park angelegt hat.

Maison Folio, Salazie
Das Haus, oder vielmehr die Villa, wurde im 19. Jahrhundert mitten im ehemaligen Thermalbad von Hell-Bourg errichtet und später von der Familie Folio übernommen. Entsprechend wird dieser schöne kreolische Bau manchmal „Maison Folio“ und manchmal „Villa Folio“ genannt. Ob Haus oder Villa: Seine Besichtigung ist eine wahre Reise in die Vergangenheit, in eine Zeit, in der die großen kreolischen Familien der Insel vor der Sommerhitze der Küste in das Landesinnere flohen, um sich in der Frische der Berge in kleinen charmanten und sehr stilvollen kreolischen Häusern zu entspannen. Der Garten ist das Symbol der kreolischen Lebenskunst mit seinem zierlichen Gartenpavillon, dem sogenannten „Guetali“ – was so viel bedeutet wie Pavillon –, seinem Brunnen und seinen mit alten Steinen gepflasterten Alleen. Bei einem Spaziergang durch den üppigen Garten begibt man sich auf eine Reise in die exotische Duftwelt der Insel La Réunion mit einer Vielzahl verschiedener Duft- und Aromapflanzen und Heilkräuter wie Geranium, Vetyver, Patchouli, Kurkuma, Zitronengras und Viergewürz, um nur einige zu nennen. In einem der Anbauten sind heute Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge und Kunsthandwerk aus der damaligen Zeit ausgestellt.
 

 

 

Zwayé Noèl - Weihnachten auf La Réunion


Glöckchen, Sternchen und Papa Noel bei 30 Grad im Schatten
 

„Zwayé Noèl!“ – Fröhliche Weihnachten klingt es im Dezember jedem entgegen. Während hierzulande Schnee und Regen fallen und wir unseren Spekulatius in den weihnachtlichen Tee tunken, steht auf La Réunion Eistee oder ein eisgekühlter Cocktail aus frischen Früchten auf dem Programm. Denn Weihnachten fällt auf der Südseite der Erdhalbkugel und unweit des Äquators in den Hochsommer. Überall glitzert es, die Schaufenster und öffentlichen Plätze sind bunt geschmückt, kreolische, französische und internationale Weihnachtslieder ertönen überall. Als Weihnachtsbäume werden Kryptomeria-Bäume, sogenannte Sicheltannen, mit Kugeln, Sternen und allerlei Buntem behängt. Litschi-Bäume schmücken sich wie von Geisterhand mit den rosa Früchten und die Blüten der Flammenbäume erstrahlen im schönsten rot.

Auf der mehrheitlich katholisch geprägten Insel ist Weihnachten eines der wichtigsten Feste. Ob Tamile oder Muslim, Weihnachten feiert jede Glaubensgemeinschaft auf ihre eigene Art mit. Die Mitternachtsmesse am 24. Dezember ist der Auftakt zu den Weihnachtsfesttagen. Das Warten lohnt sich, denn danach werden während eines gemeinsamen Abendessens kreolische Gerichte in jeglicher Form aufgetischt: Cari, Reis, Linsen und Bohnen sowie ein leckerer Nachtisch mit frischen Mangos und Litschis. Die Kleinsten sind dann schon in freudiger Erwartung: denn „Papa Noel“ wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wie auch in den europäischen Breiten, darf natürlich der mit Geschenken bepackte Weihnachtsmann – mit traditionellem Gewand trotz 30 Grad im Schatten – nicht fehlen. Bei uns eher ungewöhnlich, auf La Réunion jedoch üblich: Nach der Bescherung gehen die Familien gerne von Haus zu Haus und statten ihren Nachbarn und Freunden einen Besuch ab. Zu später Stunde findet das Fest nicht selten einen krönenden Abschluss in einem der Nachtclubs der Insel.

Der 25. Dezember steht ganz im Zeichen einer großen Party. Die Familien und Freunde treffen sich am Strand oder auf einem der zahlreichen Picknick-Plätze. Jeder bringt typische Gerichte und Getränke mit. Weihnachten auf La Réunion ist ein wichtiges und besinnliches Familienfest, bei dem alle Familienmitglieder aus der ganzen Insel zusammenkommen. Es ist aber auch ein sehr fröhliches und lautes Fest. Chinaböller werden abgeschossen, zu Hause und auf den Straßen wird gelacht, gesungen und getanzt.

Vor den Festtagen haben auch auf La Réunion Weihnachtsmärkte
Hochkonjunktur. Lokale Künstler und Handwerker stellen hier ihre Stücke aus, die beliebte Weihnachtsgeschenke darstellen. Heimische Produkte und Früchte gibt es zu kosten: unterschiedlichste Konfitüren und Säfte, heißer Rumpunsch, frisch geerntete Vanilleschoten, heimischer Honig oder „Achards“, in Essig eingelegtes, geraspeltes Gemüse wie beispielsweise Palmherzen. Ätherische Öle und Parfums fehlen ebenso wenig wie Kunsthandwerk. Weihnachtsmärkte finden sich auf der ganzen Insel. So eröffnet beispielsweise in Saint-Denis ein Weihnachtsdorf seine Pforten am Platz Square Mahé de Labourdonnais während in Saint-Pierre die Stände direkt am Hafen zu finden sind. Das Herrenhaus La Domaine des Tourelles wird zum Weihnachtsschauplatz in La Plaine des Cafres, in Le Tampon ist es die „rue Hubert Delisle“ und bei Saint-Gilles das Handwerkerdorf Eperon.
 

 

 

Beliebt bei „Verrückten“: der Ultra-Lauf „Grand Raid“


10.000 Höhemeter und 175 Kilometer in nur 24 Stunden
 

Es ist ja nicht so, dass es keine verrückten Langstreckenläufe auf der Welt gäbe. Aber der Grand Raid dürfte definitiv einer der verrücktesten sein. Mit über 170 Kilometern Länge und über 10.000 Höhenmetern wurde Le Grand Raid 2013 endlich in die Königsklasse der Ultra-Trails aufgenommen. Als letzte Etappe mit der Nummer 10 ist er nun Teil der Ultra Trail Word Tour. Vom 23. bis 25. Oktober fand er dieses Jahr wieder auf La Réunion statt und feierte sein 20-jähriges Jubiläum.

Allein die Ansicht des Höhenprofils treibt sportlichen Bergsteigern die Schweißtropfen auf die Stirn. Von Null auf 2150 Meter innerhalb der ersten 40 Kilometer ist schon nicht ohne. Aber die Teilnehmer gehen ja nicht den Berg hinauf, sie laufen. Und das ist nur der Anfang.

Die Läufer haben die Qual der Wahl zwischen drei unterschiedlichen Strecken. Die längste, der „Grand Raid“, verlief dieses Jahr über rund 175 Kilometer Streckenlänge und über 10.000 Höhenmeter. Dabei werden allerdings immer nur die positiven Höhenmeter gezählt, also jene, die bergauf gehen. Da der Streckenverlauf einer Diagonalen über die Insel gleicht, wird der längste Trail auch liebevoll „Diagonale des Fous“, die „Diagonale der Verrückten“, genannt. Mit einer doppelten Marathonlänge von 95 Kilometern und 5000 Höhenmetern schlägt der „Trail de Bourbon“ zu Buche. Die kleine Schwester „La Mascareignes“ ist immerhin bereits nach 67 Kilometern und 4000 Höhenmetern geschafft. Start ist in Saint-Pierre, der Zieleinlauf des Grand Raid im Sportstadion von Saint-Denis.

5588 Läufer aus 40 verschiedenen Ländern nahmen dieses Jahr am Grand Raid teil. Vor allem Franzosen, aber auch viele Deutsche, Österreicher und Schweizer waren mit dabei. Damit setzte der Lauf wieder einmal eine Rekordmarke. Von den Teilnehmern erreichten 51,9 Prozent das Ziel im Stade de la Redoute in Saint-Denis. Der schnellste Läufer, ein Franzose, legte diese gigantische Strecke in 24 Stunden und 25 Minuten zurück. Der Startschuss fällt abends um halb acht, ab dann bleiben den Teilnehmern 65 Stunden, also knapp 3 Tage, um im Ziel anzukommen. Ist es aber dann geschafft, so erhält jeder ein T-Shirt mit der Aufschrift „J’ai suvécu“, das bedeutet ganz einfach und treffend – natürlich augenzwinkernd – „Ich hab’s überlebt“.

Um zu überleben, nehmen viele der Teilnehmer ihre Familie und Freunde mit und verbringen hinterher noch ein paar erholsame Tage auf der wunderbaren Insel. Während der Anstrengung jedoch sind sie froh um die 755 Kilo Reis, 990 Kilo Äpfel, 14.000 Bananen, 600 Kilo Trockenfrüchte, 10.000 Müsliriegel und 1900 Flaschen Malzbier „Dyna Malt“, die ihnen von 1200 freiwilligen Helfer während des Rennens gereicht werden. Auch die Angehörigen dürfen ihnen auf der Strecke einen Sack mit Essen und Getränken deponieren. Rund 30.000 Zuschauer säumten allein die Wegstrecke zwischen Saint-Pierre und Ravine Blanche beim Start des Ultra-Trails.

Apropos deponieren: Da der Lauf nicht nur durch die unverwechselbare Natur La Réunions sondern auch durch das ausgewiesene UNESCO Weltnaturerbe der Insel führt, sind die Verhaltensregeln für alle Beteiligten besonders hoch. Selbstverständlich dürfen keine Trinkbecher oder Verpackungen achtlos weggeworfen werden. Die Pflicht, Mehrwegbecher mitzuführen und nur an den Essstationen zu essen, sorgt dafür, das der Müll dort bleibt, wo er hin gehört: in Abfallsäcken. Selbst biologische Reste wie Apfelbutzen oder Bananenschalen werden nicht auf den Wegstrecken geduldet. Nur so ist es möglich, dass der Lauf bei der Vielzahl an Teilnehmern, Helfern und Zuschauern ökologisch verträglich bleibt.

Eine Anekdote zum Schluss: Im Jahr 2003 hat ein Läufer den Grand Raid zweimal absolviert. Kaum kam er im Ziel in Saint-Denis an, schon machte er wieder kehrt, um zum Cap Méchant im Süden der Insel aufzubrechen. Christophe Barret wollte damit die Öffentlichkeit auf die Schließung zahlreicher Wanderwege aufmerksam machen. Das Nationale Forstamt der Insel La Réunion hat in den letzten Jahren viel Zeit und Mühe in den Ausbau der Wanderwege auf La Réunion gesteckt, um die Insel zu dem zu machen was sie heute ist: Ein Wanderparadies. Aktuell können sich Wanderer auf La Réunion an knapp 1.000 km Wanderwegen erfreuen.